Dr. Annette Mehlhorn
Pfarrerin der Evangelischen Kirche in
Hessen und Nassau
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Religion – Politik – Gender


Eine interreligiöse und überparteiliche Fraueninitiative



1. Geschichte der Initiative
Auf Anregung des Arbeitskreises (AK) „Frauen“ an der Evangelischen Akademie Arnoldshain und des Hessischen Sozialministeriums (HSM) entstand im November 2001 der „Arbeitskreis für frauenpolitische Fragen der jüdischen, christlichen und islamischen Religionsgemeinschaften“. Sarah und Hagar als Stammütter der sogenannten ‚Abrahamitischen Religionen’ (Judentum, Christentum und Islam) gaben bald darauf dieser interreligiösen und überparteilichen Fraueninitiative den Namen.
Insgesamt über 30 Frauen unterschiedlicher kultureller, nationaler und religiöser Hintergründe trafen sich regelmäßig in den Räumen einer der beteiligten Gemeinschaften. Aktuelle Berichte aus den Gemeinschaften, ein regelmäßiger Austausch über Texte aus den Traditionen und die respektvolle Begleitung der verschiedenen Gebets- und Festzeiten waren ein fester Bestandteil der Begegnungen. Verschiedenheiten in jeweiligen Hintergründen und Prägungen, sowie eine differenzierte Wahrnehmung aktueller Probleme, Herausforderungen und Fragestellungen in den Gemeinschaften haben auf diese Weise Raum.



Leonore-Siegele-Wenschkewitz-Preis 2009 für das Projekt Sarah und Hagar!
Die Preisverleihung findet am 8. November im Martin-Niemöller-Haus der Evangelischen Akademie Arnoldshain statt
Mehr zum LSW-Preis unter www.Verein-FEM-Theologie.de



2. Zielsetzung
In einem fünfjährigen Lern- und Arbeitsprozess verständigte sich die Gruppe über gemeinsame Anliegen in der Sozialpolitik. Dabei sollten sowohl die Bedürfnisse und Interessen von Frauen berücksichtigt werden als auch deren unterschiedliche religiöse und kulturelle Hintergründe. Integrationsbestrebungen, Gender Mainstreaming und die Antidiskriminierungsrichtlinien der EU (II.81) stellen den Rahmen für die politische Einbindung dieses Vorhabens dar.

3. Schwerpunkte
Nachdem die Gruppe sich eine gemeinsame Wissensbasis bezüglich der Anliegen des Gender Mainstreaming erarbeitet hatte, verständigten die Mitglieder sich darauf, zunächst drei Themenfelder schwerpunktmäßig zu bearbeiten: Arbeit, Bildung und Familie. Im Austausch mit Fachberaterinnen aus Politik, Religionsgemeinschaften, Wirtschaft, Recht und Bildungseinrichtungen wurden in diesen Feldern Ideen für gestaltende Prinzipien für politisches Handeln und gesellschaftliches Zusammenleben entworfen. Das dabei erarbeitete Impulspapier wurde mit Multiplikatoren und Multiplikatorinnen aus Politik, Gesellschaft und Religionsgemeinschaften diskutiert um seine Anregungen für zukünftige Gestaltungsaufgaben in den genannten Handlungsfeldern umzusetzen.

4. Perspektiven
Mit der Veröffentlichung der „Impulse für eine geschlechtergerechte Sozialpolitik auf der Basis jüdischer, christlicher und muslimischer Traditionen“ in der Reihe epd-Dokumenationen (30.1.2006) wurde der begonnene Verständigungsprozess über Fragen im Spannungsfeld von Religion, Politik und Gender fortgesetzt. Frauen der Sarah-Hagar-Initiative gehen seitdem in jeweils trireligiöser Besetzung zu Foren, Tagungen, Seminaren und Bildungsveranstaltungen um Perspektiven und Möglichkeiten einer gendergerechten interreligiösen Projektarbeit aufzuzeigen und begonnene Initiativen zu vernetzen. Inzwischen gehören ihr Frauen aus Hessen, Nordrhein-Westfahlen und Rheinland-Pfalz an. Andere interreligiöse Frauengruppen – zum Beispiel in Mühlheim/Ruhr – haben sich der Idee angeschlossen und versammeln sich ebenfalls unter dem Namen „Sarah und Hagar“. So wächst ein weitmaschiges bundesweites Netwerk von Frauen aus Politik und Religionswissenschaften. Ziel ist der interreligiöse Austausch über gemeinsame politische Anliegen. Angestrebt wird ein bundesweiter Kongress im 10. Jahr des Bestehens der Sarah-Hagar-Initiative – 2011.
Ein Bericht über den Prozess findet sich hier.

Weitere Informationen sind auf dieser Homepage über die Rubrik „Schriften“ zugänglich.

Spenden für das Projekt:
Bendorfer Forum
Für ökumenische Begegnung und interreligiösen Dialog e.V.
Konto-Nummer: 2019370
Sparkasse Koblenz
BLZ 57050120
Stichwort „Sarah-Hagar“

Kontakt:
Sarah und Hagar
c/o Evangelisches Frauenbegegnungszentrum
z.Hd. Pfarrerin Eli Wolf
Saalgasse 15
60311 Frankfurt
Tel 069-92 07 08-0
eva.fbz/ÄTT/-online.de

sowie:
Sarah und Hagar
c/o Dr. Annette Mehlhorn
Pfarrgasse 4
65428 Rüsselsheim
Tel. 06142-4093981
mail/ÄTT/annette-mehlhorn.de